In der Kirche zuhause

„In der Kirche zuhause“, so soll der Titel meines Buches lauten.
Zunächst veröffentliche ich hier einige Blogs.

Test

Heute, 13. Okt. 2017 sollte mein Buch fertig sein, denn mein intensives Engagement in der Kirche wurde eigentlich ausgelöst durch ein Buch mit dem Titel „Der 4. Seher von Fatima“. Leider wird es inzwischen als Fake angesehen. Aber mir hat es geholfen um das Jahr 1980. Inzwischen sind einige darin angekündigte Prophezeihungen tatsächlich eingetroffen, wenn auch viele Jahre später.

Sorgen machte mir damals als junge Mutter der angekündigte 3. Weltkrieg für Mitte der 80er. Ich betete inständig zu Gott, er möge uns doch noch eine Chance geben, alles abzuwenden. Nun, inzwischen schreiben wir das Jahr 2018.
Angekündigt wurde aber auch eine für mich positive Aussage, nämlich, dass es einige Seelenmenschen in der Zukunft geben werde, während Viele auf einer tierischen Stufe landen würden.(kein Kommentar!)

Und ich wollte alles daransetzen, ein Seelenmensch zu werden. Da ich das besagte Buch von meinem Vater geerbt hatte, habe ich mich nach seinem Tod im Jahr 1985 bis zum Jahr 2002 Tag und Nacht für die Sache Jesu und Maria zur Verfügung gestellt. Und es bedurfte überhaupt keiner Kraftanstrengung, denn alles ergab sich wie von selbst (oder vielleicht durch den Hl.Geist?).

Zuerst gründete ich im Nov. 1985 mit einem Ev.Pfr. einen ökumenischen Bibelkreis. Es folgten Krippenspiel, Kinder- und Familiengottesdienste, Kinder-Kirchentag mit Laienspiel (Maria) sowie Organisation von Ökumenischen Festgottesdiensten.

Ab dem Jahr 1990 war ich dann ausschließlich in der Katholischen Kirche aktiv, aber auch hier immer wieder Ökumenische Gebetskreise, z.B. 1995 Friedensgebet für Jugoslawien freitags um 15 Uhr an der Friedenslinde vor dem Museum in Echzell oder um 20.30 das Nachtgebet der Kirche (Komplet) 1997- 1999. Es kamen mehr Evangelische als Katholische, einmal allerdings zwei Nonnen, die meinten, das Gebet sei für die Gemeinde sehr segensreich. /strong>

Wichtiger als die Mitarbeit in den Gremien wie Pfarrgemeinderat (1991-1999), diversen Ausschüssen oder Vorstandsarbeit bei Kolping (1992-2002) waren für mich immer Gebetszeiten. Unvergessen ist die „Stunde mit Jesus am Ölberg“ am Gründonnerstag um 21.30 , oder Gestaltung einer Stunde beim „Großen Gebet“, sowie die Leitung einer Maiandacht. strong>
Seit meiner Jugendzeit Ende der 60er war ich in keiner Maiandacht gewesen und habe deshalb die Gelegenheit genutzt, bei einem Besuch im Krankenhaus etwas Nachhilfe von der ehemaligen Lehrerin aus den Pfarrhaus zu bekommen. Sie sprach nicht viel, aber als wir sangen, kannte sie alle Strophen auswendig. Es heißt immer wieder, dass Gebete und Lieder, die man eventuell noch aus Kindheitstagen auswendig kann, sehr hilfreich sein können in kritischen Situationen.
In meiner Unsicherheit und dem Lampenfieber betete ich dann noch in der Krankenhauskapelle. Auch bat ich meine verstorbene Tante Marlies um Hilfe von oben. Sie war eine Kolpingerin mit Leib und Seele und meine Schirmherrin in dieser 20 km entfernten Kolpingfamilie, deren Vorsitz ich 1999 übernommen hatte.
Ca. 15 Leute sangen und beteten in der kleinen Kapelle am Ortseingang von Ober-Mörlen mit mir und ein schöner Nebeneffekt war, dass mein Knie nach zwei schmerzreichen Jahren geheilt war, aber nicht sofort.
Als ich nämlich drei Tage später mit unserem Hund auf dem Promenadenweg in Echzell spazieren ging, dankte ich meiner Tante Marlies für die Hilfe bei der gelungenen Maiandacht.
Mein nächster Gedanke galt einer totkranken Rita aus Italien, die bei Fratel Cosimo in Calabrien plötzlich aus dem Rollstuhl aufstand, etwas über dem Boden zum Gnadenbild durch die Kirche schwebte und geheilt war.(Im Video über Fratel Cosimo gab es Zeugenaussagen darüber)
Ich weiß nicht, warum ich gerade daran dachte, aber plötzlich fühlte ich mich auch so leicht. Zuhause machte ich vorsichtig zwischen zwei Küchenarbeitsplatten Kniebeugen, die ich seit zwei Jahren nicht mehr wagen konnte. Und seitdem ist alles wieder o.k. Halleluja!
Meine geistliche Begleiterin meinte dann auf der Wallfahrt am 15. August in Maria Sternbach, ich sollte doch eine Tafel anbringen mit dem Text: Maria hat geholfen.

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Sterbebegleitungen

10.12.
Heute denke ich an den Sterbetag eines Pfarrers, der aus Gablonz in der Nähe von Karlsbad im Sudetenland stammte.
Er war in der Pfarrei Heilig Kreuz, Echzell in der Wetterau bei Frankfurt/Main ca. 45 Jahre als Pfarrer tätig. Dann kamen fünf Jahre Ruhestand für ihn in unserer Gemeinde. In dieser Zeit war ich im Pfarrgemeinderat tätig. Er war Geistlicher Rat und hat noch viel mitgewirkt, z.B. täglich Messe gelesen.
Und irgendwie habe ich ihn bis zu seinem Ende begleitet. Denn als er noch ca. einen Monat im Krankenhaus lag, besuchte ich ihn öfters abends nach meiner Bürozeit. Einmal durfte ich aus seinem Brevier die Komplet vorbeten und diesmal antwortete der Pfarrer. Ich dankte dem Hl.Geist, dass ich es überhaupt im Buch gefunden hatte, mutig und sicher sang ich auch noch: „In deine Hände leg ich voll Vertrauen meinen Geist…“.
Am Nikolaustag 1996, vier Tage vor seinem Tod, als ich zur Arbeit fahren wollte, hatte ich das Gefühl, dass ich der Sache nicht mehr gewachsen bin. Als ich losfahren wollte, fiel mein Blick auf sieben rote Rosen auf dem Beet neben meinem Auto. Ohne zu überlegen schnitt ich sie ab. Nach Feierabed brachte ich sie wie selbstverständlich ins Krankenhaus. Erst als der sudetendeutsche Pfarrer sagte: “ Gell, es ist nicht die Jahreszeit für Rosen?“, wurde mir klar, dass es an ein Wunder grenzte. Ich stellte sie auf die Fensterbank neben seinem Bett. Er bat mich, die diversen Mitbringsel der anderen Besucher abzuräumen. So kam ich zu allerlei Süßem. Auf meine Frage, ob ich die Blumen auch wegnehmen sollte, gab er die Anweisung, ich solle mich mit den Blumen an das Fußende des Bettes stellen. Das war unsere letzte Begegnung – und ein wunderschöner Abschied.
Ungefähr eine Woche später hielt ich als Pfarrgemeinderatsvorsitzende eine kurze Rede am Sarg in der Kirche. Sie bestand aus fünf Sätzen. Ich verneigte mich und lobte ihn für die vielen Messen, die er täglich bis zu seinem Krankenhausaufenthalt gelesen hatte.
Später erzählte man mir, dass der Pfarrvikar des Bischofs von Mainz gesagt haben soll, meine Rede wäre die beste gewesen. Und dass es ein großes Kompliment für mich sei, da er ansonsten Frauen in der Kirche nicht so wohl gesonnen wäre.
Beim anschließenden Beerdigungskaffee konnte ich dann noch vielen Sudetendeutschen, die von nah und fern gekommen waren, von dem „Rosenwunder“ im Dezember berichten.
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An einem Sonntag Ende der 90er sollte in unserer Kirche eine Taize-Vesper stattfinden, gestaltet von der Gemeindereferentin und einer sehr lieben Kirchenmusikerin aus der Evangelischen Nachbargemeinde.
Deshalb hatte ich noch Zeit für einen Abstecher in das
Seniorenheim, in dem jetzt eine Lehrerin, die im Pfarrhaus gewohnt hatte, ihren Lebensabend verbrachte. Das Pfarrhaus wurde vermietet nachdem ihre Schwester und der Pfarrer i.R. 1996 verstorben waren.
Seit der Gründung der Senioren-Residenz vor 10 Jahren war ich regelmäßig dort, um mit rüstigen Bewohnern die Dekoration zur Weihnachts- und Osterzeit zu basteln.
Es war ein Programmpunkt der Kolpingfamilie. Seit der Zusammenlegung unserer Pfarrgemeinden fanden die Veranstaltungen abwechselnd an beiden Orten statt, und für unsere Gemeinde war ich zuständig.
Beim Sommerfest sang ich mit dem Bewohnern „Oh happy day“ oder auf der Adventsfeier „Wir sagen euch an den lieben Advent“.
Im Seniorenheim war ich also bekannt und konnte der Hausdame des verstorbenen Pfarrers spontan einen Besuch abstatten. Zu meinem Erstaunen war sie leider nicht mehr ansprechbar. Still verweilte ich an ihrem Bett mit einem Gedanken, der mir in den Sinn kam:
Einmal hatte mir die liebe Margarete, eine alte Frau aus unserer Pfarrgemeinde erzählt, dass die Lehrerin aus dem Sudetenland zu ihrer Enkelin sehr streng gewesen sei. Im Namen aller betroffenen Schüler habe ich also still der strengen Lehrerin verziehen, da sie sicherlich zu viel von den Dorfschulkindern in Hessen verlangt hatte.
Laut sagte ich, es wird alles gut und sie brauche sich keine Sorgen zu machen.
Da wir bei einem ihrer früheren Krankenhausaufenthalte Marienlieder gesungen hatten, sang ich aus dem Kopf mein komplettes Repertoire.
Mein Blick fiel auf einen kleinen Tisch mitten im Raum, auf dem ein Stapel Papier lag. Plötzlich segelte das oberste Blatt von ganz allein auf den Boden. Was war das denn? Wo kam der Windzug her; es war kein Fenster offen.
Irgendwie war es etwas unheimlich, weil ich außerdem auch noch das Gefühl hatte, dass Maria im Raum anwesend war.
Ich hob das Blatt auf. Es war eine Besucherliste, in die man sich eintragen sollte, was ich schnell tat und mich still verabschiedete. Zwei Tage später ist sie verstorben.
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An einem 1. November, also an Allerheiligen Ende der 90er, hatte ich morgens beim Aufräumen unseres Herrenzimmers das Gefühl, heute eine liebe Frau aus unserer Pfarrgemeinde besuchen zu müssen. Sie war im Krankenhaus in einer Kleinstadt nördlich von uns. Ich war noch nie in dem Ort, auch kannte ich den Weg dorthin nicht, und ein Navi hatte man noch nicht. Da klingelte es, und meine Freundin stand vor der Tür. Als ich ihr von meiner Eingebung erzählte, beschlossen wir, am Nachmittag in das Krankenhaus zu fahren.
Ich wusste nur, dass ich nach Norden fahren musste, aber bei solchen Aktionen bin ich immer irgendwie geführt worden, so dass wir um ca.15 Uhr vor dem Krankenzimmer saßen und warteten. Wir spürten eine angespannte Stimmung bei den Schwestern. Eine sagte, mit der Patientin gehe es in den nächsten Stunden zuende, und der Ehemann sei telefonisch nicht zu erreichen. Wie ich später erfuhr, kaufte er sich Kleidung in einem 50 km entfernten Ort.
Man wartete auf ihn und wollte mich zunächst nicht ins Krankenzimmer lassen.
„Sind sie eine Verwandte?“, hieß es nach einer Stunde. Ich meinte, nicht direkt, aber ich habe ein gutes Verhältnis zu ihr, ungefähr wie eine Tochter. Sie hatten keine Kinder, und ich war durch die Kirche sehr vertraut mit dem Ehepaar, hatte ihr auch schon einen Krankenbesuch abgestattet, als es ihr ziemlich schlecht ging. Als der Ehemann um 16.00 immer noch nicht da war, ließ man mich zu ihr. Sie war ohne Bewußtsein und wurde beatmet. Da ich mein Gesangbuch mitgenommen hatte, sang ich ihr alle Marienlieder vor, die ich kannte und betete die Allerheiligen-Litanei. Es war eine friedliche andächtige Stimmung; ich hatte das Gefühl, als ob die Jungfrau Maria auch anwesend war.
Inzwischen waren gut zwei Stunden vergangen, und es war dämmerig im Zimmer geworden. Meine Freundin harrte vor der Tür aus, und ich war eingeschlafen, als die Tür aufging und der Ehemann endlich kam. Ich verabschiedete mich von beiden.
Auf der Rückfahrt ging es mir sehr schlecht. Ich vermutete, dass es wohl am Blutdruck liegen musste
und kaufte gleich am nächsten Tag ein Blutdruck-Messgerät, was sicherlich schon ein Segen aus dem Himmel war.
Nachdem ich gegangen war, hatte der Ehemann noch eine halbe Stunde mit seiner Frau verbracht.
Dann ist sie in die Ewigkeit gegangen mit einer roten Rose in den gefalteten Händen. Rosen waren ihre Lieblingsblumen und standen oft auf dem Altar, den sie jahrelang geschmückt hatte, während ihr Mann, der Organist, die Orgel spielte.
Wie selbstverständlich hatte ich eine Rose aus unserem Vorgarten mitgenommen und auf das Krankenbett gelegt.
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Übrigens bekamen unsere Kinder aus der Nachbarschaft sehr oft im Sommer einen Wochenendstrauß aus unserem Garten.
Die Mädchen hatten kleine Vasen zur Erstkommunion bekommen, die anderen Kristall-Schnapsgläser, Geschenke von Verwandten aus Polen, die meine Oma irgendwann einmal besucht hatte.
Als wir 2008 von Echzell wegzogen, hat jede Nachbar-Familie als Trost eine Kinderbibel bekommen und jedes Kind dazu passend ein Malbuch von „Kirche in Not“.
Die kann man auch heute noch nach 10 Jahren bekommen.

Oft hatten die Kinder bei mir am Zaun gestanden.
Im Vorgarten hatte ich seit Mitte der 90er eine Grotte mit einer kleinen weißen mit Weihwasser gefüllten Plastik-Madonna aus dem polnischen Wallfahrtsort Lichen, heute Lichenskiej. Marias Botschaft von 1850 lautete: „Die Völker werden staunen, wenn aus Polen die Hoffnung kommt für andere Nationen“. Sie wies auch noch auf den Wert der Hl. Messe hin sowie die Wichtigkeit der Mütter.) Eigentlich stand sie zwischen Christrosen oder weißen Gänseblümchen, machmal auch Rosenblättern neben einem Stein, der für mich der kleine Scoglio war. Wenn ich durch meinen Vorgarten pilgerte, war ich in Gedanken in Calabrien am Scoglio (deutsch Felsen)bei Fratel Cosimo. Ich war niemals dort, habe aber jahrelang einigen Pilgern Tipps gegeben, wie man dorthin kommen könne. Den LINK auf meiner Seite habe ich 2017 gelöscht, weil andere jetzt Reisen organisieren. Ob er noch lebt und heilt weiß ich nicht, für mich ein Heiliger und ein Geschenk des Himmels für diese gottlose Zeit (heute 13.1.2019) Einmal schrieb ich in dem Zusammenhang: „Der Himmel lässt uns nicht im Stich.“
1968 war dem einfachen Bauern Maria erschienen. Es gibt auch einen Film mit Zeugnissen über Heilungen. Auch eine Quelle mit Heilwasser soll entsprungen sein.
An meinem Wallfahrtsort im Vorgarten standen am Todestag der Nachbarin auch mal wieder deren Enkel und dachten an die Oma, die dort auch oft inne gehalten hat.
Und jetzt noch eine letzte Begebenheit zum Thema Sterbetag:
Als der Hl. Papst Johannes Paul II. am Samstag vor dem Barmherzigkeits-Sonntag 2005 im Sterben lag,
brannte in meinem Vorgarten bei der Maria aus dem polnischen Wallfahrtsort Lichen eine rote Kerze von Freitag bis Sonntag. Ich erinnere mich, dass am Samstag vor der Komplet bei Radio Horeb Adelheid Nicklaser mit der Gitarre das Lied von der schwarzen Madonna auf polnisch sang. Wie ich jetzt erfuhr, ist er genau zu diesem Zeitpunkt in die Ewigkeit gegangen, im Gebet verbunden mit sehr sehr Vielen, die von nah und fern angereist waren und auf dem Petersplatz in Rom tagelang ausharrten.
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Meine Betschwestern
So wurden die weiblichen Bekannten und Freundinnen aus den diversen Kirchengemeinden von meiner Familie genannt.

Da war Margarete, die liebe alte Frau aus unserer Pfarrgemeinde, deren Enkelin bei einem Verkehrsunfall Anfang der 90er ums Leben gekommen war, weshalb ich ca. 15 Jahre lang eine liebe „Ersatzoma“ hatte, ebenso der neue junge Pfarrer, der 1991 auch für unsere Pfarrei zuständig war.
Margarete besuchte ich noch im Altersheim bis zu unserem Wegzug aus Hessen im Jahr 2008. Ihr Schlafzimmer war schon zuhause eine Kapelle mit Heiligen-Bildern, der Hl.Familie aus Ton, Weihwasser, usw., so auch im Altersheim. Bei meinem vorletzten Besuch machten wir eine Prozession von Bild zu Bild mit Engeln, Jesus, Maria usw.
Bei meinem letzten Besuch einen Monat später sprach sie nicht mehr, sondern bekreuzigte sich unentwegt mit dem kleinen Kreuzzeichen.
Still verabschiedete ich mich von ihr; vor mir lag ein neuer Lebensabschnitt in meiner Heimat in Niedersachsen.
Ich bat also einen Pfarrer, der auch für das Altersheim zuständig war, Margarete einen Besuch abzustatten, was er auch getan hat (leider ohne Kommunion).
Und genau zu der Zeit, als ich meine sieben Sachen gepackt hatte, soll sie gestorben sein mit weit über 90 Jahren.
Sie war eine treue Beterin, täglich ca. 1 Std., unter anderem für mich, meine Familie und den jungen Pfarrer, der inzwischen nach Weiterstadt versetzt worden war, aber noch ein paar Jahre Kontakt zu ihr gehabt hatte.
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Auch möchte ich meiner „Betschwester“ Edith W. ein Kapitel widmen. Meine Familie gab ihr diesen Titel.
Das war eigentlich eine der nettesten Bemerkungen zum Thema Kirche. Es folgt auf Platz 2 auf die Frage am Telefon: „Ist ihre Frau zuhause?, „Nein, sie ist in Sachen Kirche unterwegs.“
Aber nun zu meiner Betschwester. Als ich am 26.6. von ihrem plötzlichen Tod erfuhr, war mein erster Gedanke die Parallele zum Tod von Bischof Dyba. Dabei spielt es keine Rolle, dass wir ihn sehr bewundert hatten oder wie selbstverständlich nach Fulda fuhren, um uns von ihm zu verabschieden, Rosen aus dem Garten vor den Sarg legten und uns in das Kondulenzbuch mit Namen und Ort eintrugen. Sicherlich fühlten wir uns in dem Augenblick als die Vertreterinnen der beiden Gemeinden, obwohl wir zu der Zeit keinerlei Ämter bekleideten. An dem Tag spürte ich, was Jesus meinte, als er den Jüngern den Tipp gab, zu zweit los zu ziehen. Meistens geht man den Glaubensweg allein. Ich habe mich daran gewöhnt, und es macht mir nichts mehr aus, denn ich gehe diesen Weg mit JESUS. Es freut mich aber schon, wenn ich hin und wieder Glaubensbrüder oder -schwestern treffe, das genügt.
Ich gehe meinen Weg allein. Im Team zu arbeiten ist nicht mein Ding. Ich glaube, so war auch Edith. Noch kurz vor ihrem Tod hat sie zwei sehr schöne Maiandachten gehalten.
Warum ernennt die Kath. Kirche keine Frauen als Diakon, wenn sie es schon lange vor Gott und der Gemeinde sind? Ich glaube, sogar die Antwort parat zu haben. In der orthodoxen Kirche ernennt man Familienväter zum Diakon, und die Familie feiert mit der Gemeinde die Ernennung. Das Problem scheint bei uns die Familie des oder der Berufenen zu sein. Das mit dem Zölibat hat schon seine Berechtigung : „besser ist das“. Aber mit dem Segen der Familie kann man diese Aufgabe auch erfüllen.
Edith hatte diesen Segen von ihrer Familie. Ich dagegen bin nicht immer auf Verständnis gestoßen. Wenn ich da an die Bemerkung meines Sohnes denke: „Du liebst ja doch nur Jesus“. Immerhin hat er erkannt, woraus ich meine Kraft schöpfe. Als ich 1/2 Jahr später nach seinem Verhältnis zu Jesus fragte, war ich sehr erstaunt über die Antwort: „Wir haben alle Jesus in uns“. Also geht die Saat auf. Halleluja!

Zurück zum Thema „Betschwester.
Neulich stand auf einem Kalenderblatt meines Liturgischen Kalenders auf der Rückseite folgender Text, von einer Amanda Ehrler (wer immer es auch sein mag, vielleicht erfahre ich es eines Tages):
„Er sandte sie aus, jeweils zwei zusammen.
Den Glauben an Jesus Christus weitergeben
durch Verkündigung – Liturgie – Diakonie
in Zusammenarbeit mit anderen…
Sich persönlich herausfordern lassen,
miteinander suchen und entscheiden,
sich gegenseitig entlasten
durch geteilte Verantwortung.“

Da sich aber anscheinend einige Leute in der Gemeinde berufen fühlen, wird es auch weiterhin sehr bunte, zusammengewürfelte Gottesdienste von Laien geben. Es ist nicht mein Ding. Die heilige Messe ist das schönste Geschenk unseres Herrn Jesus Christus. Schön sind auch die Andachten in meiner kath. Kirche. Aber ich befürchte, dass bald einer das Licht ausmachen wird und die Kirchentür schließen wird – für immer.
Ob sich dann wohl eine „neue Tür“ öffnen wird.
Ich denke, dass unser Herr Jesus seine Kirche auch weiterhin führen und leiten wird. Vor Ja Manchmal habe ich das Gefühl, wir leben schon in dieser Zeit.
Ich habe mich eigentlich seit dem Tod meines Vaters vor 17 Jahren vom Hl. Geist führen lassen und mich der „Sache Jesu“ ganz zur Verfügung gestellt. Mein Ziel war es, ein Seelenmensch zu werden. Auch dieser Begriff stand in dem besagten Buch, das mir mein Vater vor seinem Tod überlassen hatte. Man könnte es als FATIMA-APOSTOLAT bezeichnen. Für meine langjährige Treue bin ich in letzter Zeit belohnt worden durch seltsame bzw. wundervolle Begegnungen mit Gleichgesinnten. Daran erkenne ich, dass nicht nur der Hl. Geist weht, sondern massiv in unserem Leben wirkt. Halleluja!
Übrigens habe ich schon einmal eine Tür hinter meinem Bischof Karl Kardinal Lehmann geschlossen. Es war in einem Ev. Pfarrhaus, das an dem Tag als Sakristei diente. In der Ev. Kirche startete die 50. Gelöbniswallfahrt der Sudetendeutschen.
Rein zufällig? (ich glaube nicht an Zufälle) stand ich mit Edith W., meiner späteren „Betschwester“ auf dem Flur des Pfarrhauses, als die Prozession, bestehend aus Messdienern, Pfarrern sowie dem Bischof an uns vorbeizogen. Edith war mit ihrem Mann dort in Wanderklamotten (sie wollten noch im Vogelsberg wandern) und ich war die Reiseleiterin, die für 40 Leute aus dem Pfarrverband einen Bus organisiert hatte. Der Bischof gab uns im Vorbeigehen die Hand, während unser Pfarrer Edith für einen ökumenisch gestalteten Gottesdienst lobte, der wohl kurz vorher stattgefunden hatte. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe hinter meinem Bischof die Tür zu schließen, da er zu der Zeit keinen Adjutanten hatte. Wie gern hätte ich diese Aufgabe übernommen. Das erwähnte ich auch bei meinem Vorstellungsgespräch am nächsten Tag im Steuerbüro. Sicherlich hat mir der Chef deshalb ein paar Jahre später das Buch „Die Päpstin“ ausgeliehen.
Ich hätte auch keine Angst z. B. diese Aufgabe wahr zu nehmen. Nach dem Tod meiner Großmutter, erbte ich eine Tasche mit christlichen Büchern. Das Geld hatten wir Enkel aus ihrer „warmen Hand“ – wie sie immer sagte – bekommen. In einem Heftchen über Papst Pius XI -es ging um den Namen des Papstes-
entdeckte ich in meiner Kinderschrift die Bemerkung: Ich heiße Monika. Welch ein Selbstvertrauen mit ca. 8 Jahren ! Und jetzt darf ich noch nicht einmal Diakonin sein.
Als ich Ende 1998 in Würzburg anlässlich der 1. Frauenfachtagung vom Kolpingwerk erzählte, was ich alles in der Gemeinde tue, sagten zwei Frauen aus Paderborn gleichzeitig zu mir: „Du solltest eine Diakonin werden, ihr habt doch einen modernen Bischof in Mainz“. Dem hatte ich übrigens kurz vor dem Tod meiner „Betschwester“ einen Brief geschrieben, in dem ich sie ihm empfohlen hatte.
Auf den Begriff „Diakonin“ bin ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekommen. Wie schön ist es doch, wenn Frauen sich gegenseitig stärken.
Sie sind nicht immer stutenbissig. Gott-sei-Dank ! Aber es gibt sie, die „Stutenbissigkeit“, leider auch in der Kirche.
Das ist sehr traurig und kostet unnötigen Kraftaufwand, der „Sache Jesu“ weiterhin zu dienen, anstatt das „Handtuch zu werfen“, wie es mit Sicherheit die Lauen schnell tun. Wenn es den Laien schon so schwer in der Kirche gemacht wird, wie wird es erst den Hauptamtlichen gehen? Und wieder fällt mir nur eine Antwort ein: „Hilft nur BETEN !“
Warum Edith gerade im Pfarrhaus gestorben ist, als der Wortgottesdienst besprochen wurde, der am hochheiligen Pfingsttag von Laien gehalten worden war, wird für immer ein Geheimnis bleiben, das sie mit ins Grab genommen hat.
Sie selber fühlte sich immer als „kleine Seele“;
für mich sind Edith W. und Bischof Dyba die ersten Märtyrer des 21. Jahrhunderts.
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In der Kirche zuhause

Damit wir uns richtig verstehen,
ich meine nicht unbedingt die sogenannte Amtskirche oder die Gebäude, obwohl sie mir immer den Rahmen gegeben haben für ein Leben mit Gott in der Welt.

Es ist vielleicht etwas gemein, aber ich bin dankbar, dass ich in die Katholische Kirche hineingeboren wurde.
Nun, es steht ja auch jedem frei, die „Frohe Botschaft“ von Jesus über 1000 Umwege zu erkennen.
Es ist die gleiche Botschaft wie vor ca. 2000 Jahren, als unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, auf unserer Welt war. Ich denke, ER war ein Mensch, von seinem Vater ausgestattet mit einer Liebe, die wunderbare Dinge vollbrachte, z.B. Heilungen, Erweckung von Toten, usw.
In der Bibel wird darüber berichtet. Liest man die Geschichten heute, nach 2000 Jahren, so findet man immer noch Antworten und Leitfäden für ein Leben MIT GOTT
– manchmal leider etwas verschlüsselt –
aber mithilfe des Heiligen Geistes klappt es meistens.
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Eine Geschichte von mir zum Thema:
„Da Vinci Code – Sakrileg“
und „Frieden im Herzen“

Einmal wollte ich unbedingt ins Kino, um mir den Film „Da Vinci Code Sakrileg“ anzusehen, weil ich mir ein eigenes Bild machen wollte.
Dann kam alles anders.
Aus dem Büro kam ich zu spät raus, weil ich für die Kollegen und mich noch schnell Äpfel geschält hatte.
Ich dachte, nicht schlimm, Reklame und Filmvorschau kann ich mir sparen. Durch den Feierabendverkehr kam ich ganz gut durch, aber dann ging es los mit den Hindernissen:
– keinen Parkplatz
– 2x um den Häuserblock
– einen Parkplatz mit Parkuhr 🙂 nur 1 Std.:-(
– eine Radfahrerin, die bergrunter in die Pedalen
stieg, kam ins Schleudern u. wäre fast in mein
Auto gefahren (ich stand)
– gegenüber vom Kino auf der linken Seite ein kleiner
Parkplatz (für Linkshänder?)Nach 3 Min.stand ich.:-(
– Eine Frau bietet mir einen Parkschein an und meint,
ich könnte ihren besseren Parkplatz haben.
– Ich nehme den nächsten Parkplatz und ihren
Parkschein, der leider in 1 Std. ablaufen würde
– Kaufe einen Parkschein, Höchstparkzeit 2 Std.
Vielleicht sehe ich dann das Ende des Filmes nicht.
Oder bekomme einen Strafzettel. Das wird der Film
dann doch nicht wert sein. Egal, ich pokere.
– Gestresst, genervt stehe ich an der Kinokasse.

Ein freundlicher Herr steht an der Eingangstür und sagt: „Die Kasse hat erst wieder in 2 Std. geöffnet. Der Hauptfilm hat um 17 Uhr begonnen ohne Werbung und läuft schon seit 20 Min. Wir lassen niemand mehr rein“
Also fuhr ich nachhause,
hatte 2 Stunden geschenkt bekommen
und den Himmel auf Erden!
– mit Freude den Haushalt in Ordnung gebracht
– ein schönes Abendessen für meinen Mann zubereitet
– ein gutes Gespräch mit meiner Nachbarin
– wundervolle Lichtverhältnisse in unserem „Auenland“
(Wetterau/nördlich von Frankfurt)
– und die Krönung: ein doppelter Regenbogen 🙂 🙂
– ein Gefühl von Frieden auf Erden

Da habe ich es gemerkt: Es sollte nicht sein!
Danke, lieber Gott und dem Heiligen Geist, dass IHR mich so wunderbar geführt habt!!!

In den Film werde ich nicht mehr gehen, weil ich am nächsten Tag über www.kath.net gut informiert worden bin…. Danke Euch..

Übrigens:Unsere Putzfrau im Büro(Alevit)war am gleichen Tag um 20.00 im Kino. Sie sagte:

„Noch nicht einmal das Popkorn hat geschmeckt“
(wäre eine gute Überschrift für die „große dt.Ztg.“
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Meine Städte-Reisen
Interessant ist eigentlich, dass ich in Städten, in denen für mich wichtige kirchliche Veranstaltungen stattfanden, überall Gästezimmer bei Verwandten hatte.

1997 Eucharistischer Kongress in Breslau mit Joh.Paul II.
1997 Papst Joh.Paul II.in Paderborn(unsere Anliegen: Ökumene und NeuEvangelisierung)
2000 Kolpingtag in Köln mit Bischof Lehmann (ab 5.30mein Dienst am Marathon-Tor,Wolkenbruch 5.00-10.30 endete nach der Kommunion!)
2001  1. Glaubenskongress „Freude am Glauben“ in Fulda
2002 2. Glaubenskongress „Freude am Glauben“ in Fulda, Predigt Kardinal Ratzinger
? Kolping Frauenfachtagung in Paderborn/ Schloss Neuhaus mit Bundespräses Schröder

Das Jahr ist mir entfallen. Aber als ich durch die Eingangstür kam, stand dort der Generalpräses Festing und just this moment ging das Kolpingwerk mit seinem 1. Internetauftritt ans Netz.

Viele Jahre später saßen wir bei einem Beerdingungskaffee der Familie meines Mannes gegenüber.

Man trifft sich immer zweimal. Morgens hatte mein Mann mir Redeverbot erteilt. Aber als der
Generalpräses erwähnte, der Seligsprechungsprozess von Adolph Kolping sei irgendwann eingestellt worden, fragte ich, warum wir dann jahrzehntelang dafür gebetet hätten.

Anfang der 90er Jahre wurde er ja dann doch noch seliggesprochen, obwohl er schon lange in der ganzen Welt verehrt wurde.  Die Seligsprechung kam für Viele unerwartet. Für mich nicht, denn ich hatte einen Zahnputzbecher mit dem K und ca. 1/2 Jahr zuvor zweimal täglich dafür gebetet. 1990 war zudem ein erneuter Antrag von mir nach Rom gegangen. War es Zufall? Wer weiß.

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Wir Nachkriegskinder vom Lande

Wir, Anfang der 50er Jahre in Deutschland geborenen Kinder, erkannten nach einem Klassentreffen im Jahr 2017, dass wir das Glück hatten, in den besten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts unsere Kindheit und Jugendzeit verbringen durften.
Wir waren sicherlich Hoffnungsträger und brachten bestimmt wieder Freude in Leben der manchmal vom 2. Weltkrieg traumatisierten Leute.
Es gab viel Arbeit für die Eltern. Mein Vater arbeitete auch samstags außer Haus, ansonsten im Garten oder in seiner Werkstatt, um Kinderspielzeug zu reparieren oder um eventuell einmal seine Ruhe zu haben? Wir drei Kinder wurden von der Mutter und Oma erzogen.
Es gab einfaches, aber sehr gesundes Essen, Gemüse und Obst aus dem Garten.
Die Aussiedler aus dem Osten hatten bald wieder eigene Häuser mit Stall und Garten.
Wir wohnten in der Ostdeutschen Straße, also nomen est omen, soll heißen der Name war Programm. Viele Nachbarn waren Vertriebene aus Schlesien oder dem Sudetenland
und katholisch.
Es gab keinen Zank und Streit, und wir Kinder wuchsen wohl behütet, was ein ehemaliger Nachbarjunge nach 50 Jahren am Telefon bestätigte, als ich 2011 unsere „Goldene Kommunion“ organisierte.
Unsere Siedlung lag am Stadtrand. Und als angrenzende Schrebergärten zu Bauland werden sollten, hatten wir für ein paar Jahre ein wunderbares Paradies zum Spielen.
Wir Mädchen gingen gern in die Kirche, z.B. zur Mai-Andacht, aber auch in der Fastenzeit zur Kreuzweg-Andacht. Als Jugendliche habe ich diese sehr emotional mitgetragen, um dann zu Ostern aus voller Kehle ca. 100 mal Halleluja singen zu können. Aber das Halleluja liebe ich noch heute. Unvergessen ist ein Auferstehungs-Amt mit meiner kleinen Nichte, als nämlich mein Ohrring aus Afrika vom 3.Welt Stand (reichte bis auf die Schulter) bei jedem Halleluja immer tiefer rutschte und schließlich im Gesangbuch landete. Halleluja!
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Schon in jungen Jahren (ca. 5 Jahre alt) bin ich mit meiner lieben Oma Anna in die Kirche St. Josef Schöppenstedt gegangen. Damit ich friedlich war, hat sie mir die Innenfläche der Hand gestreichelt. Übrigens war sie die Einzige, die mich jemals streicheln durfte. Kurz bevor sie ihren letzten Atemzug 1990 tat, habe ich ihre Hand gestreichelt und mich daran erinnert.

Den 31.10.1956 werde ich nie vergessen. Vor 10 Tagen war ich 5 Jahre alt geworden und sollte am Nachmittag eine Schwester bekommen.
Um 8.00 Uhr mit meiner Großmutter mütterlicherseits in der Frühmesse in St. Joseph, vorletzte Bank links. Neben uns Frau Kempe, eine Schlesierin, die ich von die Kirche her kannte. Doch nach der Hl. Messe hat sie mich an diesem Morgen mit zu sich in ihre Mietwohnung in der „Mühle“ genommen und dann zum Bäcker Uhde.
Bis zum Mittag ging es mir gut und weil dann zum Essen der Sohn und sein Cousin auftauchten – ein paar Jahre später wohnten sie mit in unserem 1956 erworbenen Haus -fremdelte ich und war froh, als mein Vater mich abholte und noch beim Schlachter etwas kaufte. Ich glaube, es war der einzige Einkauf in seinem Leben und das, weil meine Mutter im Wochenbett lag.
Die Mutter meines Vaters war auch sehr fromm, nach der Vertreibung aus dem Sudetenland in Hessen gelandet. Der Großvater hieß auch Robert wie mein Vater und jetzt mein Enkel. In den großen Ferien besuchten wir sie. Erinnerungen habe ich nur an einen Großvater, der Pfeife rauchte und nicht sprach, an leckeres Essen, an die Fahrten zur Kirche mit einem Sonderbus und das Lied „O Jesu, all mein Leben bist du“, neben mir die Großmutter, die Marie hieß.
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Am Vorabend zu Fronleichnam im Jahr 1997 fuhr ich nach Feierabend mit einem Bus, besetzt mit polnischen Arbeitern, ab Frankfurt/Main nach Breslau. Die Fahrt dauerte 10 Stunden; es wurden aber oft Pausen eingelegt. In aller Herrgottsfrühe wurde ich von meinen Verwandten abgeholt und sogleich mit Würstchen usw. bewirtet, welches mir so viel Power gab, dass wir gleich wieder mit dem Linienbus ca. 10 km nach Breslau fuhren. Das Wetter war herrlich, und wir saßen auf den Steinstufen oder knieten bei der Prozession auf den Pflastersteinen. Bevor wir uns allerdings anschließen durften und die wunderschönen Lieder wie Pane Jesu singen durften, zogen erst einmal eine Unmenge an Priestern und Ordensleuten in Viererreihen an uns vorbei. So viele hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen. Was ich nicht wusste, war, dass ein Eucharistischer Kongress zur gleichen Zeit stattfand. Auch meine Verwandten waren nicht informiert, aber spontan wurde noch für mich eine Eintrittskarte für den Abschluss-Gottesdienst organisiert. Ich kam fast als Letzte und war dem Hl. Vater am nächsten, nämlich auf dem Balkon – im Theater wäre es der 1. Rang gewesen, der direkt an der Bühne beginnt -. Es war Samstag, und es hatte in der Nacht einen Temperatursturz gegeben von ca.24 Grad auf 4 Grad, so dass ich unter meinem Kostüm zwei Pullover trug und darüber noch einen Mantel. Anscheinend wurde der Hl. Vater auch von der Kälte überrascht, weil er während der Hl. Messe plötzlich niesen musste. Meine Mutter hatte mir beigebracht, dass es angebracht ist, es einfach zu überhören. Das taten alle Anwesenden auch. Aber sogleich musste Joh. Paul II. ein zweites Mal niesen. Und dann merkte ich, was „Weltkirche“ ist, als nämlich jeder in seiner Muttersprache „Gesundheit“ rief.
Gemeinsam beteten wir allerdings das Vater unser auf Latein, auch die bekannten Taize-Gesänge waren sehr hilfreich.
Übrigens, mein Sohn hatte zum Thema „Was gibt es für Hindernisse beim gemeinsamen Glauben“ kurz vor dem Abitur einen Aufsatz im Fach Religion geschrieben und das Problem in den verschiedenen Sprachen gesehen. Ich erinnere mich, dass mein Vater immer von einem Papst sprach, dessen Anliegen ebenfalls eine einheitliche Sprache war, nämlich ESPERATO.
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Heute ist Christi Himmelfahrt, aber ich höre von allen Seiten nur, dass heute Vatertag sei. Da fällt mir natürlich auch mein Vater ein. Er feierte nie den Vatertag. Zum einen hat er sich immer „zurückgenommen“,( wenn er z.B. Geburtstag hatte, meinte er nur:“ Der Tag geht auch rum.“)
außerdem lebte er immer nach seinem Glauben.
Mit ihm wurde fast gar nicht gesprochen und erst recht nicht diskutiert. Ich kann mich nur an sehr wenige Gespräche erinnern. (u.z. auf dem Weg zur Kirche oder einmal bei einem Osterspaziergang nach dem Auferstehungsamt am Ostersonntag).
Meine Gesprächspartner in der Familie waren weiblich, d.h. entweder war es die Mutter, die Oma, die Tante, die Schwester oder die Katze.

Nun zurück zu meinem Vater. Mir fällt gerade eine sehr passende Bibelstelle ein:
Jesus sagte: „Nennt mich nicht Vater, denn nur EINER ist euer Vater.“
Mein Vater hat mir durch seinen Glauben und sein Leben aus dem Glauben ein so perfektes Bild eines Vaters vermittelt, dass ich niemals mit Gott-Vater auch nur die geringsten Probleme hatte. Bis vor kurzem habe ich ausschließlich zu ihm gebetet.

Und weil er diese wunderschöne Welt erschaffen hat und wir in ihr leben dürfen, war und ist Er für mich der „liebe Gott“ und der „große Gott“ in meinen Gebeten.

Und ich bin so dankbar, dass ich in diese wundervolle Familie geboren wurde und dort als „Gotteskind“ die „Gottesliebe“ erfahren durfte.

Aus diesen Quellen schöpfe ich noch heute, denn meine Seele wurde in der Kindheit und Jugend so behütet und auf Gott ausgerichtet, dass ich ein Leben lang davon zehren kann.
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Heute, drei Tage später ist „Muttertag“. Wie schön nahe diese Tage zusammen liegen. Auf dem Weg zur Kirche kam mir Maria, die Mutter Gottes in den Sinn. Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Mutter ihr sehr ähnlich ist, aber das denke ich schon länger. Sie hat vorbildlich für ihre Familie gesorgt und war immer für sie da. Mit ihrer Intelligenz hätte sie Karriere machen können. Sie hat die Berufung zum Lehrberuf in sich, der sicherlich schon vom Vater vererbt worden war. Aber wie das Schicksal so spielt, z.B. durch den Krieg, sollte nichts daraus werden. Das hatte aber für meine beiden Schwestern und mich den Vorteil, dass wir eine eigene Lehrerin hatten. Welch ein Luxus, wer kann sich das schon leisten. Die Inhaltsangaben oder Vorträge in Literatur hat sie super für mich erledigt. Ich glaube, dass ich wohl ein bisschen faul war, denn Literatur war eigentlich
mein Lieblingsfach.
Meine Mutter hat auch viel für die Kirche getan. Sie war Mitglied des ersten Pfarrgemeinderates (Einführung nach dem 2. Vatikanum), Lektorin, gestaltete den Familien-Altar an Fronleichnam, der später von der Kolpingfamilie übernommen wurde, außerdem wurde regelmäßig die Kirche geputzt, alles ehrenamtlich.

Für sie galt und gilt aber immer noch die Regel : Erst meine Familie, dann die Kirche.

Allerdings meine Devise, und ich denke auch die meines Vaters, war und ist:

„Sucht zuerst das Reich Gottes und alles andere wird euch  hinzugegeben werden.“

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Meine Familie lebte ganz und gar im Sinne von Adolph Kolping.

Übrigens war Adolph Kolping auch ein Mitglied unserer Familie. Wie ich jetzt im Jahr 2019 von meiner Mutter erfuhr, hing ein Bild von ihm schon nach dem 2. Weltkrieg bei meiner Oma  im Herrgottswinkel der gemeinsamen Wohnküche. Mein Großvater war vermisst und kein Kolpinger gewesen, weil vor dem 2. Weltkieg nur Handwerker in die Kolpingfamilie aufgenommen wurden.

Es gab aber für Arbeiter schon  einen alternativen Verband, den Männerverein.

Mein Vater war aus dem Sudetenland vertrieben worden, blieb in Schöppenstedt und leitete nach dem 2. Weltkrieg  die Jugendgruppe in der Kolpingfamilie Schöppenstedt. Jugendliche wurden nicht gleich aufgenommen in den Verband, Sie mussten sich erst  ca. 2 Jahre lang bewähren.

Mein Vater war von 1952-1985 Kassierer in der Kolpingfamilie Schöppenstedt und immer zur Stelle, wenn es Arbeit in der Gemeinde gab, z.B. hat er mit seinem Schwager einen Grill gebaut mit einem Durchmesser von ca. 2 m, der noch heute bei vielen Veranstaltungen in der Stadt Schöppenstedt,  auch noch im Jahr 2019, zum Einsatz kommt. Die Stangen stammen von einer ausgedienten Hollywood-Schaukel meines Onkels, Günter, der Rost  ist inzwischen erneuert worden.

Meine Mutter ist erst nach dem Tod meines Vaters im Jahr 1985 in die Kolpingfamilie eingetreten.

Mein Vater war strikt dagegen, dass in die Kolpingfamilie Frauen aufgenommen wurden.

Aber das war nicht allein der Grund, weshalb meine Mutter so spät eingetreten ist.

Fortsezung folgt.