Begegnungen

Über Begegnungen gehen die Meinungen auseinander.
Einige Leute sagen, es seien Zufälle. Andere dagegen meinen, es gäbe keine Zufälle, und alles sei vom Heiligen Geist gesteuert. Ich gehöre zu der zweiten Gruppe, denn ich kann von wunderbaren Ereignissen in meinem Leben berichten.
Und das können einfach keine zufälligen Begegnungen gewesen sein.

Wir wohnten noch in Hessen, aber ich feierte meinen  50. Geburtstag mit der Verwandtschaft  in meiner Geburtsstadt. Da es auch ein Sonntag war, genau wie bei meiner Geburt, gehörte auch eine Heilige Messe dazu. Wir hatten gerade unsere Stammplätze eingenommen, wie es so üblich ist in der Kirche. Pfarrer Paschek stellte einen Freund vor, der in seiner Heimatgemeinde an diesem Sonntag

seinem fünfzigsten Jahrestag seiner Taufe gedachte. Ich war noch nicht ganz wach, weil wir am 1. Restaurant am Platze in meinen Geburtstag hineingefeiert hatten. Der vorgestellte Amtsbruder schweifte seinen Blick in unsere Richtung, als ob er jemanden suchte. Da hatte ich eine Ahnung, dass es der Junge aus Kindheitstagen sein könnte, mit dem ich zur 1. Hl.Kommunion gegangen bin und von dem ich seit vielen Jahren annahm, er sei tot. In der Zeitung war vor Jahren eine Todesanzeige mit seinem ziemlich ungewöhnlichen Namen. Halleluja! Er lebt! Während der ganzen Hl. Messe liefen mir die Freudentränen herrunter.Danach hatten wir noch eine Verabredung auf dem Friedhof am Grab unseres Heimatpfarrers, der einen Tag zuvor den 100.Geburtstag gehabt hätte. Was für ein Tag. Halleluja!

Übrigens ein Jahr später kam es wieder zu einer Begegnung der 3. Art im Dom zu Fulda anlässlich eines Glaubenskongresses „Freude am Glauben“. Fortsetzung folgt.

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Da gibt es ja auch noch den Schutzengel, der einen begleitet und behütet, obwohl man ihn schon so manches Mal überstrapaziert hat. Auch kann ich mich nur an positive Begegnungen erinnern, was der Hl.Augustinus, glaube ich, in ellenlangen Gedankengängen in seinem Buch „Confessiones“ erörtert hat. Er erinnert sich z.B. an ein letztes vertrauliches Gespräch mit seiner Mutter, Monika, kurz vor ihrem Tod, gemeinsam am Fenster stehend in einen Garten schauend.
Im Film über Augustinus stehen sie am Strand und schauen auf das Meer, auch in einer innigen Verbundenheit mit Gott dem Schöpfer aller Dinge und seiner Wahrheit, in der sie angekommen waren.